27.02.2007 - Adresse: CSH Mannheim, Zimmer 907!!! … und was kommt danach???
Tatsächlich hat der zukünftige Vermieter mich vom Busbahnhof abgeholt, wenn auch mit ein wenig Verspätung, woran man sich in Spanien aber ohnehin gewöhnen muss. Ich war einfach nur ausgesprochen erleichtert, als mein Gepäck im Auto verstaut war und wir in Richtung der ersten von 2 Wohnungen gefahren sind, die ich mir anschauen sollte. Jetzt konnte ja nichts mehr schiefgehen, DACHTE ICH! Ich mache es kurz: beide Wohnungen hielten nicht das, was die Bilder versprochen hatten. Trotzdem sah ich mich, auf Grund meiner Situation gezwungen, erstmal für eins der Zimmer zuzusagen, … das, welches das kleinere Übel war, aber z.B. nicht über einen Schreibtisch verfügte, an dem man tatsächlich arbeiten kann; alles andere als zentral gelegen ist; quasi die Größe einer Abstellkammer mit Bett hat; etc. . Aber, wie gesagt, viele andere Möglichkeiten hatte ich in dem Moment erstmal nicht. Das gewählte Zimmer sollte allerdings erst am 05. Februar frei werden, also nach dem Wochenende. So lange sollten meine zukünftige Mitbewohnerin (eine Litauerin) und ich in der anderen Wohnung unterkommen, wo wir uns ein Zimmer mit zwei Betten teilen mussten. Die erste Miete und die Kaution mussten wir direkt bezahlen, auch wenn mir ziemlich unwohl dabei war. Dazu kam, dass wir das Internet nicht zum laufen gebracht haben (nicht unsere Schuld!!!) und es in der Wohnung ausgesprochen kalt war. …meine erste Nacht in Alicante habe ich also in einem Zimmer verbracht, das extrem unterkühlt war und das ich mir mit einer fremden Person teilen musste! Ich kann nicht sagen, dass der Vermieter sich nicht bemüht hätte, auch das Internet hat irgendwann funktioniert, aber das Ganze an sich war eben nicht annährend das, was ich mir vorgestellt, geschweige denn erhofft hatte. Dazu kommt, dass ich auch noch eine Hausarbeit zu schreiben habe, wozu ich dringend stabiles Internet und Schreibtisch benötige. Auch eine Heizung, wenn auch nur eine „tragbare“, wäre durchaus wünschenswert gewesen, genau wie eine gewisse Nähe zum Zentrum. Kurz und gut, nach einer frostigen (zum Glück habe ich meinen Schlafsack dabei!) und frustigen Nacht hatte ich mich entschieden: Ich muss da raus! Eine weitere Nacht später, die ich mir mit heulen und telefonieren, hin & her überlegen und Schlachtplan zurechtlegen um die Ohren geschlagen hatte, war zumindest mal ein halbwegs Erfolg versprechender Plan erstellt. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Sascha bedanken, der mir mit seinen verbliebenen Spanischkenntnissen an diesem Punkt meines Abenteuers ein komplettes Desaster erspart hat!!! – Ohne ihn wäre meine Adresse jetzt: „Jessica Csonka unbrauchbares Mini-Zimmer komische Mitbewohner 2+ 0-8-15 Alicante – am Ende der Stadt, Spanien (Irgendwo im Nirgendwo)“ … Sascha hat also in meinem Auftrag mit dem Vermieter telefoniert (mein Spanisch hätte da echt nicht ausgereicht!!!) und ihm die ganze Situation erklärt und … ein Hoch der Diplomatie … es hat geklappt! Die Bedingung, um aus dem nicht existenten Vertrag heraus zu kommen und auch Kaution plus einen Teil der Februar-Miete wieder zu bekommen war, dass ich bis zum Ende des Wochenendes eine Wohnung finden und ausziehen musste. Nach einigen Rückschlägen, die die Wohnungssuche in Alicante so mit sich bringt, habe ich es tatsächlich geschafft. Ich habe die beinahe perfekte Wohnung gefunden. Und es war, wie ich später erfahren habe, pures Glück, dass ich am richtigen Tag zur richtigen Zeit die richtige Anzeige gelesen habe! Meine zukünftige Bleibe (für die nächsten 4 Monate) hatte also all das, was die andere Wohnung nicht hatte: Sie ist hell, sauber, hat einen großen Balkon mit Meerblick und Blick auf das Wahrzeichen von Alicante (das Castillo Santa Barbara), moderne Einrichtung, gute Lage (zu Fuß 5-7 Minuten zum Meer und 10-15 Minuten ins Stadtzentrum), ein stabiles W-Lan, … und das Zimmer, das ich auf Anhieb sympathisch fand, hat einen richtigen Schreibtisch, einen in die Wand gebauten Schrank und Platz genug um Besuch unterzubringen. (auch wenn es das kleinste Zimmer der Wohnung ist … ich habe immerhin 4 ½ Jahre im Wohnheim gewohnt, … das war noch kleiner *g*). Außerdem ist eine Bushaltestelle in minimaler Laufnähe und gegenüber ist eines der größten Einkaufszentren von Alicante (mit Kino, Gastronomie, diversen Kleider-, Schuh-, Elektro-Läden usw. und einem AL CAMPO, der etwa den Dimensionen eines „Real“ in Deutschland entspricht …) Also bin ich am Sonntag, den 04. Februar 2007, mit einem Taxi das erste Mal in Alicante umgezogen. Das war ein richtig toller Tag, auch wenn ich 3 Tage schmerzhafte Folgen des Gepäcktransports zu beklagen hatte und vermutlich unter meinem Namen nie wieder ein Taxi in Alicante bekommen werde. Ich hatte also endlich eine schöne Bleibe, konnte meine Koffer auspacken und mich häuslich niederlassen. Die Wohnung soll Anfang März zu einer 3er-Frauen-WG werden, aber bis dahin sollte ich mit Martin (dem Hauptmieter der Wohnung) hier zusammenwohnen. Er ist deutscher Student aus Berlin und gerade in den letzten Zügen seiner Diplomarbeit, die er bedauernswerter Weise hier in der Stadt des Nachtlebens und der immerwährenden Party schreibt. Aber an diesem, meinem ersten Abend, hat er eine „Ausnahme-Pause“ gemacht und wir haben mit Pizza und viiiel Bier auf meinen Einzug angestoßen … bis morgens um halb 7 … !!! Da bleibt mir nur zu sagen:
Das fängt ja gut an! Endlich fühle ich mich das erste Mal heimisch hier! Prost Alicante, ich trinke auf Dich
…und auf eine gute Zeit mit Dir …!!!
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