Jessi-in-Spanien

3.02.2008 - Es gibt was zu feiern!!!

Hola meine Lieben!


Endlich konnte ich mir wieder einmal die Zeit nehmen, einen kleinen BLOG-Eintrag zu verfassen. Ich weiß, dass dies eine echte Seltenheit geworden ist, aber mit der Vorbereitung meiner Magisterarbeit bin ich ganz schön ausgelastet.


Aber ich fange erstmal von vorne an und gebe Euch einen kleinen Überblick über das, was passiert ist seit ich in Madrid, meiner vorerst letzten Spanien-Station angekommen bin:


Ich bin am 01. November von Málaga nach Madrid gezogen. Hier hatte ich schon ein Zimmer in einer Wohnung reserviert, die ich bereits von meinen vielen Besuchen in dieser unglaublichen Stadt kannte. Und hier wohne ich jetzt seit über 3 Monaten und bin gerade dabei meine Magisterarbeit vorzubereiten. Ja, so langsam wird es ernst und das Ende meines Studiums naht. Neben der Arbeit an der Magisterarbeit habe ich die letzten Wochen zusätzlich zähe Verhandlungen mit meinen Prüfungsprofessoren in Mannheim geführt, worin es um meine Abschlussprüfungen nach dem Ende des Frühjahrssemesters ging. (Das letztendliche Ergebnis ist nach meinen Wünschen ausgefallen, was mir große Erleichterung brachte). Sicher ist es auch nicht der konventionelle Weg, den ich gewählt habe um meine Magisterarbeit zu schreiben, aber ich bereue die Entscheidung nicht! Ich habe, seit ich begonnen habe zu meinem Thema zu recherchieren, eine Menge interessanter Leute kennen gelernt. Ich habe, neben meinem betreuenden, sehr kooperativen und offenen Professor in Mannheim, hier vor Ort Professoren und Wissenschaftler gefunden die sich „meiner angenommen haben“ und mich bestmöglich unterstützen. Nur so ist es mir beispielsweise möglich hier Bücher an der Universidad Complutense de Madrid zu nutzen und in der Nationalbibliothek von Spanien zu recherchieren und zu arbeiten. Außerdem habe ich Kontakt mit Professoren und Wissenschaftlern in Spanien und Deutschland, die sich selbst mit meiner Thematik befassen und mich mit wertvollen Ratschlägen, Anmerkungen und Kritik unterstützen. Diese Art des wissenschaftlichen Arbeitens ist ausgesprochen motivierend und aufbauend. Ich fühle mich ernst genommen und das Wissen, dass „fertige Akademiker“ an mich und meine Arbeit glauben, lässt mich auch in verzweifelten Momenten den Kopf hochhalten. Oft ist es deprimierend, wenn man eine schwierige Spur verfolgt und nur sehr kleine, oder gar keine brauchbaren Ergebnisse daraus erhält. Manchmal fühle ich mich, als ob ich das nie schaffe und der ganze Themenkomplex mir über den Kopf wächst. Aber in diesen Situationen trösten Aussagen wie „Ich habe damals 5 Jahre gebraucht um den Don Quijote das erste Mal ganz zu lesen“, oder „Machen Sie sich keine Gedanken, wir haben alle mal in Ihrer Situation gesteckt und klein angefangen, Sie werden schon Ihren Weg finden, erfolgreich mit den ganzen wissenschaftlichen Texten zu arbeiten“. Und nach den Tagen, an denen eben einfach gar nichts geht, kehrt dann immer wieder die Motivation zurück, eine Motivation mein Studium erfolgreich zu beenden; eine Motivation über ein Thema zu schreiben, das noch ausreichend Raum für weitere Forschung lässt; eine Motivation mich und all die Menschen die mich unterstützen und an mich glauben nicht zu enttäuschen. Ich werde also alles geben und diesen vorletzten Kraftakt durchziehen, bevor es dann im Sommer in die letzte Runde, die Abschlussprüfungen geht. Mein Motto lautet: „Tschaka – Du schaffst es!“ ;-)


Natürlich habe ich auch noch ein Leben neben der Arbeit, wenn auch nur sehr eingeschränkt. Aber auch dieser Teil meines Lebens gestaltet sich überaus positiv. Ich habe viele internationale Bekanntschaften gemacht seit ich hier in Madrid bin und auch ein paar echte Freundschaften geschlossen, von denen ich mir erhoffe, dass sie auch über unsere gemeinsame Zeit hier in Madrid hinaus bestehen bleiben. Ich spreche zwar viel deutsch, da hier im Haus viele Deutsche wohnen und ich auch viele Deutsche kennen gelernt habe, aber auch meine englischen und spanischen Sprachkenntnisse sind immer wieder gefragt und ich meistere diese Herausforderungen erfolgreich. Mein Spanisch hat sich wirklich verbessert und gefestigt, im normalen Alltag treten keinerlei Probleme auf und ich kann mich ohne größere Missverständnisse auch ganze Abende mit Muttersprachlern über alle möglichen Themen unterhalten ohne mich verloren zu fühlen. Natürlich habe ich keine Zeit, weitere Sprachkurse zu besuchen, die meine Grammatik weiter festigen würden, aber ich bin zufrieden! Auch mein Englisch hat sich verbessert und ist flüssig wie zu keiner Zeit vorher. Ich treffe mich in der wenigen freien Zeit die ich habe mit Leuten unterschiedlichster Nationalitäten, die sich alle hier in Madrid treffen und das von Ihnen gewählte Leben hier genießen. Mein Leben und mein Denken haben sich in einem sehr hohen Maß internationalisiert und ich fühle mich unwahrscheinlich wohl damit. Es ist immer wieder interessant seine eigenen Erfahrungen zu teilen und die Geschichten Anderer zu hören, die natürlich oft noch viel interessanter, variantenreicher und ausgefallener sind, als die Dinge die ich aus meiner bisherigen Zeit in Spanien und meinem bisherigen Leben zu berichten habe. So teilt man immer wieder Erfahrungen, Wünsche, Träume und Pläne mit oftmals völlig fremden Menschen und bereichert sich gegenseitig mit dem Erlebten und fühlt sich auf besondere Weise verbunden.


Wie ihr sicher aus diesem Text schließen könnt, geht es mir sehr, sehr gut hier! Ich habe viel Arbeit und oft schwierige, diplomatische Herausforderungen zu bewältigen, bin aber trotzdem lebensfroh und lache viel … viel mehr als früher! Ich stelle mich erfolgreich dem Leben und mache das Beste aus dem was es bringt, versuche möglichst viel daraus für mich mitzunehmen und mich auf meinem eingeschlagenen, ehrgeizigen Weg weiter zu entwickeln. Kurz: Ich bin glücklich hier in meiner heiß geliebten Stadt und mit meinem Leben!!!


Auch das Wissen, dass echte Freundschaften mir über all die Zeit, die ich jetzt hier in der „weiten Welt“ bin erhalten bleiben, tut unendlich gut! Dies merke ich nicht nur an meinen stets mit „Wiedersehens-Treffen“ überfüllten Deutschland-Besuchen, sondern auch an vielen e-mails (o.ä.), gelegentlicher Papier-Post und meinen Besuchern aus der Heimat hier in Madrid. Dafür danke ich Euch!!! Ich habe Euch nicht vergessen, auch wenn ich arbeitsbedingt kaum Zeit habe, mich regelmäßig zu melden! Ich trage Euch stets in meiner Erinnerung und in meinem Herzen! … und wir sehen uns bestimmt bald wieder!


Außerdem gibt es noch etwas zu berichten, was beinahe gänzlich untergegangen wäre:


Meine lieben Freunde, erhebt mit mir das Glas auf ein ganz besonderes Ereignis, das wohl niemand von uns erwartet hat, als ich damals aus Mannheim wegging:

 

1 Jahr „Jessi-in-Spanien“!

 

Es war ein Jahr mit vielen Tiefen und noch mehr Höhen! Ich habe meinen Weg gesucht und gefunden und schaue zuversichtlich in die Zukunft, für die ich mir den Luxus gegönnt habe, sie selbst neu zu gestalten und mit zu bestimmen! Ich schaue auf ein erfahrungsreiches Jahr zurück, das mir mehr gegeben hat, als ich in Worten ausdrücken kann! … da Worte dieses Gefühl ohnehin nicht beschreiben können, fasse ich es einfach abschließend und kurz zusammen: Spanien war sehr gut zu mir und hat mich reifen lassen; es hat mich glücklich gemacht, mir neue Perspektiven eröffnet und mir das Gefühl von Freiheit gegeben!!!


Ich glaube das ist jetzt mal wieder genug Input! ;-)

Meine Lieben, ich grüße Euch ganz herzlich aus Madrid und stürze mich wieder in meine Arbeit!


Eure Jessi


 


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Über mich

Willkommen in meinem Leben! Dieser Blog soll hauptsächlich meinen Freunden und meiner Familie die Möglichkeit bieten, an meinem Leben in Spanien teilzuhaben. Ich werde mich bemühen, so viele Eindrücke, Neuigkeiten, Kuriositäten und Bilder wie möglich mit Euch zu teilen ;-). ... aber auch allen Anderen, die durch Zufall auf diesen Blog stoßen, wünsche ich viel Spaß hier! Besos, Eure Jessi

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