11.09.2008 - Der Blog ist NICHT tot ;-)
Hi meine Lieben!
Ich wollte nur mal kurz verkünden, dass der Blog nicht tot ist, er ruht nur! Ich dagegen ruhe nicht, ich lerne für meine letzte Prüfung und beginne mit Job-Bewerbungen - es ist also gerade sehr stressig!
Aber: bald geht es ja nach Übersee - dann wird der Blog neu belebt und organisatorisch neu strukturiert, so dass es kürzere Einträge gibt, dafür häufiger ;-) !
Liebe Grüße aus dem Stress
Eure Jessi
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13.03.2008 - Zwischenmeldung!
Hallo meine Lieben!
Immer wieder bekomme ich so viele liebe Grüße von so vielen von Euch … das freut mich unsagbar und macht mich sehr glücklich!
Momentan habe ich noch weniger Zeit, Euch hier über den Blog auf dem Laufenden zu halten, aber ich wollte Euch wenigstens eine kurze Nachricht schreiben:
Ich bin gesundheitlich momentan ein wenig angeschlagen, dieser Zustand zieht sich leider schon eine Weile. Dazu kommt, dass ich mit der Magisterarbeit, wer hätte das vermutet, ziemlich hintendran bin und wirklich richtig ranklotzen muss, um alles noch irgendwie planmäßig zu schaffen. Aber: Klappt schon irgendwie, hat immer irgendwie geklappt! ;-/
Ansonsten gibt es nicht viele Neuigkeiten. Ich bin täglich auf der Suche nach sinnvollem Material für die Arbeit und versuche halbwegs sinnvolle Zeilen auf den Bildschirm zu bekommen. Das Thema gestaltet sich schwieriger, als ich erwartet hatte, da es bisher nur sehr wenig Forschung dazu gibt. Nun ja, ich werde mein Bestes geben!
Nach Abgabe der Arbeit muss ich direkt weiter arbeiten, dann steht „lernen für die Abschlussprüfungen“ auf dem Programm. Die schriftlichen Prüfungen werden wohl im Juli stattfinden, die mündlichen dann im September. Wenn ich bis dahin durchhalte und alles bestehe, habe ich es endlich hinter mir. Dann wird gefeiert!!! ;-)
Für nach dem Abschluss habe ich auch schon Pläne, es sollte also besser alles klappen …!
Um was es sich bei diesen Plänen handelt? – wird noch nicht verraten, ihr werdet es früh genug erfahren! *g*
So, ich hoffe auch wenn es nur eine kurze Meldung ist, dass ihr wisst, dass ich an Euch denke und Euch nicht vergessen habe!
Viele liebe Grüße aus Madrid
Eure Jessi
Ps.: Auch wenn ich Madrid liebe und es mir hier so gut gefällt, freue ich mich auf ein schönes, kühles Weizenbier bei Sonnenuntergang auf den Rheinwiesen … oder auch am Neckar ;-) … mit Euch! (oder sonst wo auf der Welt, wo ihr auch gerade sein mögt!)
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3.02.2008 - Es gibt was zu feiern!!!
Hola meine Lieben!
Endlich konnte ich mir wieder einmal die Zeit nehmen, einen kleinen BLOG-Eintrag zu verfassen. Ich weiß, dass dies eine echte Seltenheit geworden ist, aber mit der Vorbereitung meiner Magisterarbeit bin ich ganz schön ausgelastet.
Aber ich fange erstmal von vorne an und gebe Euch einen kleinen Überblick über das, was passiert ist seit ich in Madrid, meiner vorerst letzten Spanien-Station angekommen bin:
Ich bin am 01. November von Málaga nach Madrid gezogen. Hier hatte ich schon ein Zimmer in einer Wohnung reserviert, die ich bereits von meinen vielen Besuchen in dieser unglaublichen Stadt kannte. Und hier wohne ich jetzt seit über 3 Monaten und bin gerade dabei meine Magisterarbeit vorzubereiten. Ja, so langsam wird es ernst und das Ende meines Studiums naht. Neben der Arbeit an der Magisterarbeit habe ich die letzten Wochen zusätzlich zähe Verhandlungen mit meinen Prüfungsprofessoren in Mannheim geführt, worin es um meine Abschlussprüfungen nach dem Ende des Frühjahrssemesters ging. (Das letztendliche Ergebnis ist nach meinen Wünschen ausgefallen, was mir große Erleichterung brachte). Sicher ist es auch nicht der konventionelle Weg, den ich gewählt habe um meine Magisterarbeit zu schreiben, aber ich bereue die Entscheidung nicht! Ich habe, seit ich begonnen habe zu meinem Thema zu recherchieren, eine Menge interessanter Leute kennen gelernt. Ich habe, neben meinem betreuenden, sehr kooperativen und offenen Professor in Mannheim, hier vor Ort Professoren und Wissenschaftler gefunden die sich „meiner angenommen haben“ und mich bestmöglich unterstützen. Nur so ist es mir beispielsweise möglich hier Bücher an der Universidad Complutense de Madrid zu nutzen und in der Nationalbibliothek von Spanien zu recherchieren und zu arbeiten. Außerdem habe ich Kontakt mit Professoren und Wissenschaftlern in Spanien und Deutschland, die sich selbst mit meiner Thematik befassen und mich mit wertvollen Ratschlägen, Anmerkungen und Kritik unterstützen. Diese Art des wissenschaftlichen Arbeitens ist ausgesprochen motivierend und aufbauend. Ich fühle mich ernst genommen und das Wissen, dass „fertige Akademiker“ an mich und meine Arbeit glauben, lässt mich auch in verzweifelten Momenten den Kopf hochhalten. Oft ist es deprimierend, wenn man eine schwierige Spur verfolgt und nur sehr kleine, oder gar keine brauchbaren Ergebnisse daraus erhält. Manchmal fühle ich mich, als ob ich das nie schaffe und der ganze Themenkomplex mir über den Kopf wächst. Aber in diesen Situationen trösten Aussagen wie „Ich habe damals 5 Jahre gebraucht um den Don Quijote das erste Mal ganz zu lesen“, oder „Machen Sie sich keine Gedanken, wir haben alle mal in Ihrer Situation gesteckt und klein angefangen, Sie werden schon Ihren Weg finden, erfolgreich mit den ganzen wissenschaftlichen Texten zu arbeiten“. Und nach den Tagen, an denen eben einfach gar nichts geht, kehrt dann immer wieder die Motivation zurück, eine Motivation mein Studium erfolgreich zu beenden; eine Motivation über ein Thema zu schreiben, das noch ausreichend Raum für weitere Forschung lässt; eine Motivation mich und all die Menschen die mich unterstützen und an mich glauben nicht zu enttäuschen. Ich werde also alles geben und diesen vorletzten Kraftakt durchziehen, bevor es dann im Sommer in die letzte Runde, die Abschlussprüfungen geht. Mein Motto lautet: „Tschaka – Du schaffst es!“ ;-)
Natürlich habe ich auch noch ein Leben neben der Arbeit, wenn auch nur sehr eingeschränkt. Aber auch dieser Teil meines Lebens gestaltet sich überaus positiv. Ich habe viele internationale Bekanntschaften gemacht seit ich hier in Madrid bin und auch ein paar echte Freundschaften geschlossen, von denen ich mir erhoffe, dass sie auch über unsere gemeinsame Zeit hier in Madrid hinaus bestehen bleiben. Ich spreche zwar viel deutsch, da hier im Haus viele Deutsche wohnen und ich auch viele Deutsche kennen gelernt habe, aber auch meine englischen und spanischen Sprachkenntnisse sind immer wieder gefragt und ich meistere diese Herausforderungen erfolgreich. Mein Spanisch hat sich wirklich verbessert und gefestigt, im normalen Alltag treten keinerlei Probleme auf und ich kann mich ohne größere Missverständnisse auch ganze Abende mit Muttersprachlern über alle möglichen Themen unterhalten ohne mich verloren zu fühlen. Natürlich habe ich keine Zeit, weitere Sprachkurse zu besuchen, die meine Grammatik weiter festigen würden, aber ich bin zufrieden! Auch mein Englisch hat sich verbessert und ist flüssig wie zu keiner Zeit vorher. Ich treffe mich in der wenigen freien Zeit die ich habe mit Leuten unterschiedlichster Nationalitäten, die sich alle hier in Madrid treffen und das von Ihnen gewählte Leben hier genießen. Mein Leben und mein Denken haben sich in einem sehr hohen Maß internationalisiert und ich fühle mich unwahrscheinlich wohl damit. Es ist immer wieder interessant seine eigenen Erfahrungen zu teilen und die Geschichten Anderer zu hören, die natürlich oft noch viel interessanter, variantenreicher und ausgefallener sind, als die Dinge die ich aus meiner bisherigen Zeit in Spanien und meinem bisherigen Leben zu berichten habe. So teilt man immer wieder Erfahrungen, Wünsche, Träume und Pläne mit oftmals völlig fremden Menschen und bereichert sich gegenseitig mit dem Erlebten und fühlt sich auf besondere Weise verbunden.
Wie ihr sicher aus diesem Text schließen könnt, geht es mir sehr, sehr gut hier! Ich habe viel Arbeit und oft schwierige, diplomatische Herausforderungen zu bewältigen, bin aber trotzdem lebensfroh und lache viel … viel mehr als früher! Ich stelle mich erfolgreich dem Leben und mache das Beste aus dem was es bringt, versuche möglichst viel daraus für mich mitzunehmen und mich auf meinem eingeschlagenen, ehrgeizigen Weg weiter zu entwickeln. Kurz: Ich bin glücklich hier in meiner heiß geliebten Stadt und mit meinem Leben!!!
Auch das Wissen, dass echte Freundschaften mir über all die Zeit, die ich jetzt hier in der „weiten Welt“ bin erhalten bleiben, tut unendlich gut! Dies merke ich nicht nur an meinen stets mit „Wiedersehens-Treffen“ überfüllten Deutschland-Besuchen, sondern auch an vielen e-mails (o.ä.), gelegentlicher Papier-Post und meinen Besuchern aus der Heimat hier in Madrid. Dafür danke ich Euch!!! Ich habe Euch nicht vergessen, auch wenn ich arbeitsbedingt kaum Zeit habe, mich regelmäßig zu melden! Ich trage Euch stets in meiner Erinnerung und in meinem Herzen! … und wir sehen uns bestimmt bald wieder!
Außerdem gibt es noch etwas zu berichten, was beinahe gänzlich untergegangen wäre:
Meine lieben Freunde, erhebt mit mir das Glas auf ein ganz besonderes Ereignis, das wohl niemand von uns erwartet hat, als ich damals aus Mannheim wegging:
1 Jahr „Jessi-in-Spanien“!
Es war ein Jahr mit vielen Tiefen und noch mehr Höhen! Ich habe meinen Weg gesucht und gefunden und schaue zuversichtlich in die Zukunft, für die ich mir den Luxus gegönnt habe, sie selbst neu zu gestalten und mit zu bestimmen! Ich schaue auf ein erfahrungsreiches Jahr zurück, das mir mehr gegeben hat, als ich in Worten ausdrücken kann! … da Worte dieses Gefühl ohnehin nicht beschreiben können, fasse ich es einfach abschließend und kurz zusammen: Spanien war sehr gut zu mir und hat mich reifen lassen; es hat mich glücklich gemacht, mir neue Perspektiven eröffnet und mir das Gefühl von Freiheit gegeben!!!
Ich glaube das ist jetzt mal wieder genug Input! ;-)
Meine Lieben, ich grüße Euch ganz herzlich aus Madrid und stürze mich wieder in meine Arbeit!
Eure Jessi
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10.10.2007 - Ich lebe noch!
Hola meine Lieben!
Nachdem mich sicherlich einige schon für verschollen oder tot gehalten haben, hier das lang erwartete Lebenszeichen.
Da Málaga nicht so ereignisreich ist, wie es Alicante war, hier nur einen kurzen Überblick:
Málaga ist an sich eher Arbeiter- und Industriestadt, als Touristenmetropole, der Massentourismus verteilt sich vom Flughafen aus meist direkt nach Torremolinos, Marbella, Benalmadena, … und wie sie alle heißen. Die Neustadt ist eher zweckmäßig und hässlich, aber die Altstadt ist wunderschön mit einer Menge kleiner Gassen, Bars und Cafés. Alles in Allem muss ich sagen, dass Málaga mich oft an Mannheim erinnert: „Es ist viel besser als sein Ruf und auch wenn es nicht klassisch schön ist, hat es seinen ganz eigenen Charme und es lässt sich gut hier leben!“ In dem Stadtteil in dem ich wohne gibt es viele kleine Villen und eine Unmenge von Sprachschulen. Meine Wohnung liegt zentral und ich bin sehr zufrieden hier, weil es eine verhältnismäßig große, helle Wohnung ist und für spanische Verhältnisse echt ok.
Ich arbeite noch immer in der Sprachschule Málaga-PLUS in Málaga, genauer gesagt im Stadtteil El Palo, direkt am Meer. Generell besteht meine Tätigkeit in der Sprachschule aus 3 Schwerpunkten: Rezeptionsarbeit; Projektarbeit und sonstige Tätigkeiten. An der Rezeption, die die zentrale Anlaufstelle für die Sprachschüler aus aller Welt ist, müssen wir vielfältige Informationen über alles Mögliche und Unmögliche in deutsch, englisch und spanisch bereit halten; Internet-Karten verkaufen; das Telefon (ebenfalls 3-sprachig) bedienen; und Probleme kleinerer und größerer Art lösen. Nicht zu vergessen, gehört auch das Läuten der Schulglocke zu den entscheidend wichtigen Aufgaben. ;-) Zusätzlich habe ich 2 eigene Projekte. Ich schreibe Texte für eine neue Internetpräsenz der Sprachschullinie Idiomas-PLUS, zu denen auch unsere Schule gehört. Ich stelle Informationen über Länder und Städte zusammen und formuliere sie zu anspruchsvollen Texten, welche anschließend auch in Englisch und Spanisch übersetzt werden (wenn alles gut geht könnt ihr also bald Texte von mir im Internet lesen …). Der zweite Teil des Projekts besteht aus der gezielten Publizierung von Schlüsselwörtern in öffentlichen Foren, um die Internetpräsenz der Schule weiter zu verbreiten. Was die sonstigen Tätigkeiten anbelangt, reichen sie von Flughafenabholungen über privaten Schlüsseldienst (ich kenne sämtliche Schlösser beliebiger Schulwohnungen und deren Eigenarten) bis hin zu Boiler-Reparaturen oder aufzubrechenden Waschmaschinen. Die Arbeit in der Schule frisst, obwohl die Hochsaison vorbei ist, immer noch eine Menge Zeit und es bleibt kaum Möglichkeit irgendwas Zusätzliches zu unternehmen. Das ist natürlich auch nicht förderlich für meine Sozialkontakte, die sich großteils auf Kollegen und Sprachschüler beschränken, vereinzelt ein paar ansässige Deutsche, aber quasi keine Spanier. Ich habe gelernt, dass es generell schwer ist an Kontakte mit Spaniern ranzukommen, da sie eher unter sich bleiben. Glücklicher Weise sind mir einige wenige Kontakte aus meiner Zeit in Alicante geblieben, die zumindest meine spanisch-sprachige Kommunikation aufrechterhalten.
Außerdem habe ich mir während meiner Zeit hier Andalusien ein bisschen näher betrachtet, habe Sevilla, Ronda, Jerez de la Frontera, Cadiz, Tarifa, Gibraltar und einige der weißen Dörfer besucht. Am Freitag ist dann auch noch Granada und am Samstag Nerja geplant. Einzelheiten kann ich Euch hier nicht erzählen, das würde den Rahmen sprengen. Außerdem muss ich mir hier ne Menge verkneifen, da wir uns ja schließlich in WWW befinden und man nie weiß wer das noch so alles liest ;-) … *lalala* *pfeif*
Allerdings muss ich Euch hier an dieser Stelle gestehen, dass ich mich schon ganz wahnsinnig auf meine nächste Station freue: MADRID! ... ich zähle schon die Tage ...
Ein Großteil von Euch wird es schon wissen, aber hier noch mal offiziell: Ich werde ab dem 01. November für noch unbestimmte Zeit (bis Ende März/April … ist noch nicht sicher) in Madrid sein und dort meine Magisterarbeit schreiben.
Ich kann nur schwer ausdrücken welche Gefühle sich bei diesem Gedanken in mir regen. Es ist eine Mischung aus verschiedenen Faktoren: Sicherlich ist sehr viel unbeschreibliche Freude dabei, endlich in der Stadt leben zu können, in die ich mich einst auf so eigenartige Art und Weise, unter durchaus fragwürdigen Umständen verliebt habe. Auf der anderen Seite bringt dieser Aufenthalt weniger pures Vergnügen, als einen entscheidend wichtigen Schritt meines Lebens mit sich, nämlich die Anfertigung meiner Magisterarbeit, welche hoffentlich der erste große Schritt meines Studienabschlusses sein wird. Madrid bringt auch andere, für mich schon fast verloren gegangene Gefühle mit sich, wie beispielsweise Vertrautheit. Ich muss nicht schon wieder völlig von vorne anfangen, sondern habe von Beginn an das Gefühl zu Hause zu sein, obwohl auch dies relativ zu sehen ist, weil ja meine Freunde und Familie weit weg sind. Aber ich hoffe sehr, dass ich dort endlich die Möglichkeit haben werde, meine Sozialkontakte wieder aufzufrischen und trotz Magisterarbeit eine gute Zeit zu verbringen. Durch meine Recherchen und Arbeit an der Universidad Complutense de Madrid und dem Goethe-Institut sollte es sich schon irgendwie machen lassen, dass ich ein paar Kontakte knüpfe und ausreichend spanischen Anschluss finde um von meinen hart erlernten Sprachkenntnissen Gebrauch zu machen und die unproduktiven Tage und Nächte mit ausreichend Party in netter Gesellschaft füllen zu können ;-) … *hust*
Ihr werdet jetzt etwas ganz eigenartiges von mir hören, wer mich wirklich gut kennt muss wohl automatisch den Kopf schütteln oder laut lachen: „Ich freue mich sehr darauf, endlich meine Magisterarbeit in Madrid schreiben zu können!“ Nun aber zu Entschärfung und Aufklärung dieser fatalen Aussage, da ich ja weithin eher als „auf den letzten Drücker abgebend und jede Seite zuviel für die Uni zu lesen vermeidend“ bekannt bin. Während meines Aufenthalts hier in Spanien hat sich bezüglich meiner Zukunftspläne eine Menge verändert und gefestigt und mein vorübergehend verschollener Ehrgeiz ist neu aufgeblüht und schreit danach in den harten Kampf um die Eroberung neuer, großer Ziele zu ziehen!!! Also auf in den Kampf … und leicht wird es sicherlich nicht, da ich mir aus dem weiten Feld der Literaturwissenschaften ausgerechnet einen 1100-Seiten-Klassiker als Primärliteratur herausgefischt habe und nun was aus meiner Wahl machen muss. Mein Held ist eigentlich eher ein Antiheld und ist allgemein bekannt als: Don Quijote von der Mancha oder Der Ritter von der traurigen Gestalt, dem vor 402 Jahren von Miguel de Cervantes das Leben geschenkt wurde und aus dem sich eine Art literarische Kultfigur entwickelt hat.
(… und außerdem habe ich die Praktikums-Arbeit hier in Málaga sooooo satt! Nicht wegen der Schule oder den Kollegen, aber irgendwann kann man keine Sprachschüler mehr sehen und ist es leid ewig dieselben (sorry, ich muss es so ausdrücken) saublöden Fragen zu beantworten und zu jedem zahlenden Vollidioten immer nett sein zu müssen. Ich habe zwar Diplomatie gelernt (ein bisschen), aber zu meinen ganz großen Stärken wird diese wohl nie gehören).
Ja, meine Lieben, das wäre dann soweit erstmal alles was ich mitzuteilen habe. Ich habe sicherlich was vergessen und/oder ausgelassen … aber es muss ja auch noch was für den nächsten Eintrag übrig bleiben, der vielleicht ein klein bisschen schneller kommt, als dieser hier. Nach langem Ringen mit mir selbst habe ich auch beschlossen, Euch hier mitzuteilen, dass ich Ende November 2 Tage in Deutschland bin und mich an einem Abend in Mannheim aufhalten werde … wer also vor lauter Sehnsucht nach mir keine Nacht ruhig schlafen kann, hat dann die Möglichkeit mich auf vertrautem Terrain einen Abend lang mit allen Anderen zu teilen, denen es ähnlich geht *g* … eine Portion überhebliche Arroganz hat noch Niemandem geschadet … und dass ich schlechten Humor habe wisst ihr ja alle! Also, wer mich gerne mal wieder treffen möchte kann Bescheid geben, dann gebe ich den geheimen Treffpunkt mit Datum bekannt … by the way würde ich mich auch freuen, Euch mal wieder zu sehen …
(Für alle, für die Mannheim zu weit ist: Sorry! Aber es ist eigentlich ein rein zweckgebundener Deutschland-Besuch und für große Reisen bleibt da keine Zeit … bei Bedarf kann ich nächstes Mal einen anderen Flughafen anfliegen um ein Treffen zu ermöglichen …)
So, jetzt ist es schon wieder nach 2 Uhr morgens und ich muss morgen wieder zeitig aufstehen … also:
Vergesst mich nicht und freut Euch über ganz viele liebe Sonnengrüße aus dem saukalten Málaga (nur noch 25°C) … ich drück Euch …
Eure „chica loca“ Jessi
Ps.: … am Inhalt und Stil dieses Eintrags könnt ihr wahrscheinlich selbst erkennen, dass es mir soweit gut geht und ich mit meiner Situation und meinem Leben auch weitestgehend zufrieden und im Reinen bin … ;-) ...! Das könnt ihr übrigens auch auf meinen Bildern sehen, ich habe einen „Einfach nur Ich“ Mix auf meine Bilderseite gestellt, den Ihr ab sofort unter:
http://www.flickr.com/photos/30851588@N00/sets/
bewundern könnt!
Ich denk an Euch!
Bis bald!
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13.05.2007 - „Nie verschiebe was auf morgen, was Du heute kannst besorgen!“
Hola zusammen!
Ich weiß, dass ich mit dem BLOG-schreiben immernoch im
Rückstand bin, aber das kostet viel Zeit und viel Kraft, alles für Euch „in
nachvollziehbare Häppchen“ zuzubereiten. Dazu kommen verhältnismäßig viele
Aufgaben im Praktikum, diverse Krankheiten und das ganz normale Leben … JA, ich
habe Freizeitstress ;-) …! Nicht zu vergessen die immer noch nicht fertige
Hausarbeit!!!
Aber das heißt nicht, dass ich Euch vergessen habe, im
Gegenteil! Deswegen hatte ich den Artikel dazwischen geschoben, der mir schon
lange „unter den Nägeln brannte“ … der Dinge enthält, die ich so oft sagen
wollte und nie gesagt habe! … ihr habt ihn ja gelesen …
Was die Ereignisse in Alicante angeht, … es kommt mit
Sicherheit nach und nach alles in den Blog … auch wenn ich schon bald hier weg
bin…!
In diesem Sinne: „mañana,
mañana
…“ wie die Spanierin in mir sagen würde *g*!
Ich denke oft an Euch, auch wenn ich nicht viel Zeit für
mails und alles habe!
Muchos besos,
Eure Jessi
Ps.: … der Countdown läuft, bald geht´s nach Málaga!!! Aber
ich habe hier ja noch sooooo viel zu tun … und nachdem es jetzt endlich warm
ist, fällt das noch schwerer …
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3.05.2007 - BILDER
Hola!
Es gibt auch wieder ein paar neue Bilder! ... Leider sind das lange noch nicht alle, aber es gibt eine Beschränkung für den Flickr-Account! Ich werde mal suchen, ob es eine andere Möglichkeit gibt, aber ich denke für den Anfang habt ihr schonmal was zu schauen :-) ...
Besos, Eure Jessi
Ps.: Für alle StudiVZ-Nutzer: ich habe dort auch ne Menge Bilder hochgeladen, die Ihr bewundern könnt! Klar ist es nur ne kleine, eingeschränktere Auswahl aber immerhin ;-)
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29.04.2007 - Einmal ist immer das erste Mal … und manchmal tut es auch weh!
Ein weiser Mann hat mal gesagt: „Mannheim tut immer zweimal
weh! Einmal wenn man hört, dass man hin muss … und nochmal, wenn man wieder weg
muss!!!“
Ja,
das ist genau das, was auch mir widerfahren ist.
Ich
habe hier, während meines Aufenthalts in Alicante ein erstes Mal der ganz
besonderen Art erlebt. Ich habe ein Gefühl kennengelernt, das ich nie kannte,
nie nachvollziehen konnte und für das mir immer jegliches Verständnis gefehlt
hat, seit ich auf dieser schönen Erde weile:
Heimweh!!!
…
und das gleich im doppelten Sinne, nämlich nach Mannheim, meiner gefühlten und
heißgeliebten Heimat UND nach so vielen lieben Menschen, von denen ich die
meisten hier nicht mal ohne weiteres erreichen kann, geschweige denn die
Möglichkeit habe, einfach so lange vor ihrer Tür zu sitzen, bis sie irgendwann
endlich nach Hause kommen!
Das
Verrückte an der Sache ist, dass mein Leben hier an sich ziemlich gut
funktioniert, das Praktikum läuft wirklich gut, auch das Folgepraktikum klingt
viel versprechend und ich mache Pläne für den nächsten Tag, die nächste Woche,
das nächste Jahr, meine Zukunft! Alles prima und ich sollte mich freuen,
abgedrehte Partys feiern, … tanzen, lachen, trinken, mich des Lebens freuen und
denken: „Jeah, geil, that´s it! Der Megagewinn im großen Stil … inclusive
Meerblick, Strand und Palmen!“
…
klar, das tue ich ja eigentlich ja auch!!! Aber manchmal schleicht sich dann so
ein klitzekleiner Moment ein, in dem das hier alles zwar eine schöne Fassade
ist, aber eben nicht mehr! Es ist eine Farce, weil ein Leben so unwirklich ist,
wenn man es nicht teilen kann! In diesen Momenten fehlt mir Verlässlichkeit,
Beständigkeit, Sicherheit, Freundschaft und Liebe! … all die Dinge, die ich oft
zum Teufel gewünscht habe, die kleinbürgerlich sein mögen oder spießig, die
aber plötzlich eine ganz andere Bedeutung haben, in einem fremden Land in dem
der größte Prozentsatz der Menschen, die Du triffst große nonstop-Party feiert
und Kontakte nur oberflächlich verlaufen.
Was
ich hier an dieser Stelle sagen möchte, möchte Euch schon so lange sagen, habe
es aber nie über die Lippen gebracht! Es gibt keine richtigen Zeitpunkte, um
solche Dinge zu sagen, aber lieber sage ich sie jetzt, egal wie unpassend es zu
sein scheint, als dass ich es vielleicht nie tue und ihr es nie von mir selbst,
aus meinem Mund und meinem Herzen erfahren habt:
Ich bin ein reicher Mensch – weil ich Euch habe!
Ihr fehlt mir sehr und ich habe Euch lieb!
… ihr bereichert mein Leben,
… weil ihr ein Teil von mir seid!!!
…
ausgelassene, durchfeierte Tage und Nächte!
...
von herzhaftem, ehrlichem, ungeniertem Lachen verursachte Bauchschmerzen!
…
gute Gespräche, in denen Worte oft nur „Statisten der Unterhaltung“ sind, da
sie völlig überflüssig wären, um auszudrücken, was man glaubt/denkt, fühlt und
sagen will!
…
helfende und haltende Hände, die mich fangen und zurückholen, wenn ich am
Abgrund stehe!
…
tröstende, aufbauende Worte, wenn die Welt mal wieder untergeht und alles
aussichtslos ist!
…
stabile Schultern, wenn ich in Tränen ertrinke und Eins zum Anderen kommt!
…
aber auch scharfe Kritik, harte Worte und Wahrheiten, die mich immer wieder in
die Realität und auf den rechten Weg zurückholen!
…
etc.
…
ach, was versuche ich Euch hier eigentlich zu erzählen … das sind all die
Dinge, die man nicht in Worten sagen kann, die man fühlen muss, … und die man
nur verstehen kann, wenn man Menschen hat, … wie Euch!
Erst
jetzt, wo ich so weit von meiner Stadt, meinem Land, meiner
Sprache/Kultur/Identität und von Euch weg bin, wo ich nicht weiß was kommt und
so unendlich viele unbekannte Variablen in meinem Leben habe, habe ich
tatsächlich realisiert wie viel mir das alles bedeutet und wie sehr es ein Teil
von mir ist! Ich habe so viele liebevolle Erinnerungen, gute und schlechte, die
alle so sehr einzigartig sind und die niemand mir je nehmen kann!
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Das
ist zwar jetzt ein absoluter Psycho-Blog-Eintrag, aber ich hatte das Bedürfnis,
Euch das mitzuteilen und empfinde mich deswegen eigentlich eher als mutige,
starke Persönlichkeit, als als Jammerlappen. Für mich war es, auch wenn das
jetzt vielleicht egoistisch klingt, wichtiger diesen Blog-Eintrag zu schreiben,
als Euch von irgendwelchen Reisen und Abenteuern hier zu erzählen. … das kann
ich jederzeit nachholen, aber Euch das zu sagen, was in diesem Blog steht, habe
ich nicht immer den Mut und es ist auch nicht einfach nachzuholen.
Es
ist schön zu wissen, dass man etwas hat, was man aufrichtig liebt! Es macht
stark lieben zu können, es guten Gewissens zu tun und zurückgeliebt zu werden!
Es befreit und gibt Sicherheit, auch mal schwach sein zu können und sich nicht
dafür schämen zu müssen! Und es tut gut zu wissen, dass es Dinge gibt, die Dir
keine Zeit, keine Entfernung und kein Mensch je nehmen kann … Deine Familie,
Deine Freunde, Deine Liebe und Deine Erinnerungen! (An dieser Stelle möchte ich
ganz speziell meinen Eltern danken, für all das was sie für mich getan haben,
mein Leben lang, und jeden Tag tun!)
Hier
in Alicante habe ich vermeintlich alles, aber mir fehlen Dinge, die man für
kein Geld der Welt kaufen kann!!! – Freunde! Familie! Ihr!
Was
sind echte Freunde? Die Frage habe ich mir hier schon so oft gestellt … aber
das ist so schwer zu definieren. Freunde sind die Menschen, die Deine
Vergangenheit kennen und respektieren; Deine Gegenwart verstehen und
mitgestalten; an Deine Zukunft glauben und Dich unterstützen. Oder eben, …
Freunde sind Menschen, die alles von Dir wissen und Dich trotzdem lieben!!! …
und die Du immer, egal was und wie es passiert, in einer einzigartigen,
liebevollen Art und Weise in Erinnerung behalten wirst, … Dein Leben lang, egal
wo Du bist, … Du wirst sie immer in Dir tragen …!
Wenn ich an Mannheim oder an Euch denke,
stehen mir so oft dieTränen in den Augen!
…
aber umso größer ist die Freude und Vorfreude, irgendwann aus dem Exil
zurückkehren zu können!!!
…
wer weiß wann das sein wird?!? ... aber bis dahin solltet ihr wissen:
Mein
Leben geht weiter (auch hier in Spanien) und ich werde das Beste daraus machen,
was möglich ist, keine Chancen ungenutzt lassen und hoffentlich am Ende Erfolg
für all meine Bemühungen und Entbehrungen ernten können. Ich habe eine Menge
Dinge aufzuarbeiten und nachzuholen, in vielerlei Hinsichten und Lebensbereichen,
aber ich werde meinen Weg gehen, werde stark sein und mich nicht unterkriegen
lassen! Es werden immer wieder neue Menschen dazukommen, die mein Leben
begleiten werden; manche nur ein kleines Stück, andere länger oder für immer …
und am Ende des Weges möchte ich hoch erhobenen Kopfes sagen können: „I did it
my way … und ich bin stolz darauf!“
…
aber auch jetzt, so lange ich noch auf diesem harten, dunklen Weg gehe, bin ich
nie allein! Ihr werdet mich immer begleiten, werdet wie die Sterne für mich
sein, die immer da sind, die meinen Weg erleuchten, auch wenn ich sie nicht
immer sehen kann …!
Ich
möchte noch so vieles mehr sagen, aber Worte reichen (wie man am obigen Text
sieht) dazu nicht aus! … deswegen möchte ich diesen Blog mit drei Zitaten
schließen, die mir viel bedeuten und mir aus dem offenen Herzen sprechen:
„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden,
kann man Schönes bauen!“
(Johann Wolfgang von Goethe)
„Es irrt der Mensch solang er strebt!“
(Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie
erster Teil)
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist
für die Augen unsichtbar!“
(Antoine
de Saint-Exupery: Der kleine Prinz)
…
und jetzt noch eins von mir:
„Wer
will schon das Mittelmeer, wenn er/sie Rhein UND Neckar haben
kann?!“ ;-)
Grüßt
mir mein Deutschland und meine Stadt … und genießt für mich die Sonne, denn
hier „weint“ der Himmel immerzu …
Eure
Jessi
Ps.:
Der nächste Blog wird wieder fröhlicher, versprochen!!!
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8.04.2007 - Fakts and Feelings I
Hallo meine Lieben!
Es ist zwar schon spät und ich muss morgen schon sehr früh aufstehen, aber ich wollte Euch wenigstens noch einen kurzen Ostergruß schicken.
Ich weiß, dass der BLOG im Rückstand ist, aber ich bin an verschiedenen Texten dran und werde so bald wie möglich wieder „old-News“ online stellen. In Arbeit sind unter anderem „Es gibt immer ein erstes Mal – und manchmal tut es auch weh!“; „Erste Schritte“; und „Ein Paradies für Pyromanen und Krach-Liebhaber – FALLAS in Valencia“ (alle Titel ohne Gewähr *g*).
Ich hoffe ihr könnt es mir ein wenig nachsehen, dass ich nicht so oft dazu komme am Blog zu arbeiten! Das Praktikum nimmt doch mehr Zeit in Anspruch, als vermutet und dazu kommt dann noch das ganz normale Leben … (ganz zu schweigen von der Hausarbeit, die ich schon lange geschrieben haben sollte … )
Eins möchte ich Euch noch sagen, was vielleicht auch nochmal ein wenig mehr Licht in das Dunkel meiner Situation bringt, was ich Euch deswegen nicht vorenthalte, weil Ihr schließlich die Menschen seid, die ich vermisse und lieb habe:
… Ihr Lieben, … es ist nicht alles Gold was glänzt!
… das ist meine Art Euch zu sagen: auf Bildern oder in Berichten sieht man nur das Äußere, nicht aber gebrochene Herzen, (unverheilte) Narben auf der Seele oder all das, was einem das Leben zusätzlich erschwert … gebt mir ein bisschen Zeit für alles! Mein Leben läuft zwar ganz normal in Alicante, einfach immer weiter…aber ich renne momentan nur hinterher und versuche verzweifelt es einzuholen … aber ich kämpfe, versprochen!!!
… mehr zu meinem Gefühlsleben in einem richtigen Blog-Eintrag!!!
In Gedanken bin ich sehr oft bei Euch und ich hoffe, Euch allen geht es gut!!!
Vergesst mich nicht … !!!
Frohe Ostern, viele süße Hasen und dicke Eier (*g*) wünscht Euch
Eure Jessi
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27.02.2007 - Adresse: CSH Mannheim, Zimmer 907!!! … und was kommt danach???
Tatsächlich hat der zukünftige Vermieter mich vom Busbahnhof abgeholt, wenn auch mit ein wenig Verspätung, woran man sich in Spanien aber ohnehin gewöhnen muss. Ich war einfach nur ausgesprochen erleichtert, als mein Gepäck im Auto verstaut war und wir in Richtung der ersten von 2 Wohnungen gefahren sind, die ich mir anschauen sollte. Jetzt konnte ja nichts mehr schiefgehen, DACHTE ICH! Ich mache es kurz: beide Wohnungen hielten nicht das, was die Bilder versprochen hatten. Trotzdem sah ich mich, auf Grund meiner Situation gezwungen, erstmal für eins der Zimmer zuzusagen, … das, welches das kleinere Übel war, aber z.B. nicht über einen Schreibtisch verfügte, an dem man tatsächlich arbeiten kann; alles andere als zentral gelegen ist; quasi die Größe einer Abstellkammer mit Bett hat; etc. . Aber, wie gesagt, viele andere Möglichkeiten hatte ich in dem Moment erstmal nicht. Das gewählte Zimmer sollte allerdings erst am 05. Februar frei werden, also nach dem Wochenende. So lange sollten meine zukünftige Mitbewohnerin (eine Litauerin) und ich in der anderen Wohnung unterkommen, wo wir uns ein Zimmer mit zwei Betten teilen mussten. Die erste Miete und die Kaution mussten wir direkt bezahlen, auch wenn mir ziemlich unwohl dabei war. Dazu kam, dass wir das Internet nicht zum laufen gebracht haben (nicht unsere Schuld!!!) und es in der Wohnung ausgesprochen kalt war. …meine erste Nacht in Alicante habe ich also in einem Zimmer verbracht, das extrem unterkühlt war und das ich mir mit einer fremden Person teilen musste! Ich kann nicht sagen, dass der Vermieter sich nicht bemüht hätte, auch das Internet hat irgendwann funktioniert, aber das Ganze an sich war eben nicht annährend das, was ich mir vorgestellt, geschweige denn erhofft hatte. Dazu kommt, dass ich auch noch eine Hausarbeit zu schreiben habe, wozu ich dringend stabiles Internet und Schreibtisch benötige. Auch eine Heizung, wenn auch nur eine „tragbare“, wäre durchaus wünschenswert gewesen, genau wie eine gewisse Nähe zum Zentrum. Kurz und gut, nach einer frostigen (zum Glück habe ich meinen Schlafsack dabei!) und frustigen Nacht hatte ich mich entschieden: Ich muss da raus! Eine weitere Nacht später, die ich mir mit heulen und telefonieren, hin & her überlegen und Schlachtplan zurechtlegen um die Ohren geschlagen hatte, war zumindest mal ein halbwegs Erfolg versprechender Plan erstellt. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Sascha bedanken, der mir mit seinen verbliebenen Spanischkenntnissen an diesem Punkt meines Abenteuers ein komplettes Desaster erspart hat!!! – Ohne ihn wäre meine Adresse jetzt: „Jessica Csonka unbrauchbares Mini-Zimmer komische Mitbewohner 2+ 0-8-15 Alicante – am Ende der Stadt, Spanien (Irgendwo im Nirgendwo)“ … Sascha hat also in meinem Auftrag mit dem Vermieter telefoniert (mein Spanisch hätte da echt nicht ausgereicht!!!) und ihm die ganze Situation erklärt und … ein Hoch der Diplomatie … es hat geklappt! Die Bedingung, um aus dem nicht existenten Vertrag heraus zu kommen und auch Kaution plus einen Teil der Februar-Miete wieder zu bekommen war, dass ich bis zum Ende des Wochenendes eine Wohnung finden und ausziehen musste. Nach einigen Rückschlägen, die die Wohnungssuche in Alicante so mit sich bringt, habe ich es tatsächlich geschafft. Ich habe die beinahe perfekte Wohnung gefunden. Und es war, wie ich später erfahren habe, pures Glück, dass ich am richtigen Tag zur richtigen Zeit die richtige Anzeige gelesen habe! Meine zukünftige Bleibe (für die nächsten 4 Monate) hatte also all das, was die andere Wohnung nicht hatte: Sie ist hell, sauber, hat einen großen Balkon mit Meerblick und Blick auf das Wahrzeichen von Alicante (das Castillo Santa Barbara), moderne Einrichtung, gute Lage (zu Fuß 5-7 Minuten zum Meer und 10-15 Minuten ins Stadtzentrum), ein stabiles W-Lan, … und das Zimmer, das ich auf Anhieb sympathisch fand, hat einen richtigen Schreibtisch, einen in die Wand gebauten Schrank und Platz genug um Besuch unterzubringen. (auch wenn es das kleinste Zimmer der Wohnung ist … ich habe immerhin 4 ½ Jahre im Wohnheim gewohnt, … das war noch kleiner *g*). Außerdem ist eine Bushaltestelle in minimaler Laufnähe und gegenüber ist eines der größten Einkaufszentren von Alicante (mit Kino, Gastronomie, diversen Kleider-, Schuh-, Elektro-Läden usw. und einem AL CAMPO, der etwa den Dimensionen eines „Real“ in Deutschland entspricht …) Also bin ich am Sonntag, den 04. Februar 2007, mit einem Taxi das erste Mal in Alicante umgezogen. Das war ein richtig toller Tag, auch wenn ich 3 Tage schmerzhafte Folgen des Gepäcktransports zu beklagen hatte und vermutlich unter meinem Namen nie wieder ein Taxi in Alicante bekommen werde. Ich hatte also endlich eine schöne Bleibe, konnte meine Koffer auspacken und mich häuslich niederlassen. Die Wohnung soll Anfang März zu einer 3er-Frauen-WG werden, aber bis dahin sollte ich mit Martin (dem Hauptmieter der Wohnung) hier zusammenwohnen. Er ist deutscher Student aus Berlin und gerade in den letzten Zügen seiner Diplomarbeit, die er bedauernswerter Weise hier in der Stadt des Nachtlebens und der immerwährenden Party schreibt. Aber an diesem, meinem ersten Abend, hat er eine „Ausnahme-Pause“ gemacht und wir haben mit Pizza und viiiel Bier auf meinen Einzug angestoßen … bis morgens um halb 7 … !!! Da bleibt mir nur zu sagen:
Das fängt ja gut an! Endlich fühle ich mich das erste Mal heimisch hier! Prost Alicante, ich trinke auf Dich
…und auf eine gute Zeit mit Dir …!!!
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20.02.2007 - Kurze Zwischenmeldung!
Hola meine Lieben!!!
… bevor der nächste Teil des Blogs erscheint (… ist übrigens echt viel
Arbeit), wollte ich Euch eine ganz kurze Zwischenmeldung mitteilen:
Wenn nicht noch irgendwas völlig schief geht, (was ich nicht
glaube, sonst würde ich hier noch nicht schreiben) werde ich mein 2. Praktikum tatsächlich in Málaga machen! *freu*
Das bedeutet also weitere 4 Monate Mittelmeerküste in Südspanien, Sonne,
Strand und Party (natürlich NUR an den Wochenenden *g*)!!! Ich werde dort von
Anfang Juni bis Ende September in einer Sprachschule arbeiten und nebenbei den
Sommer in Spanien genießen!
Ich wollte Euch nur an meiner Freude über dieses glückliche
Ereignis teilhaben lassen!!!
Außerdem habe ich beschlossen, hier in Alicante so richtig „die
Kuh fliegen zu lassen“ (so hoch wie möglich *g*)!!! … auf dass ich am Ende
sagen kann: "Ich habe viel zu viel getrunken, viel zu viel gefeiert und viel zu
wenig geschlafen (usw.)! Aber: ich hatte richtig viel Spaß, hab mitgenommen was
geht (natürlich vor allem an Arbeitserfahrung und Sprachkenntnissen ...) und das
Leben in vollen Zügen genossen!!! ... I did it my way und ich bereue nichts!!!"
Bis bald, ich bemühe mich den Blog schnellstmöglich zu
erweitern!
Liebe Grüße aus (dem momentan nicht so wirklich warmen) Alicante
Eure Jessi
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16.02.2007 - Reise und Ankunft in Alicante
Da saß ich nun im Bus und fuhr nach Süden. Wie das so ist,
zumal in meinem ohnehin schon aufgewühlten Zustand, hängt man seinen Gedanken
nach. Neben all den persönlichen Gedanken und Erinnerungen realisierte ich,
dass ich exakt dieses Busreise (sogar mit den identischen Stopps, bis
Barcelona) nicht zum ersten Mal machte, mit dem Unterschied, dass es dieses Mal
meine eigenen Koffer und mein eigenes Leben waren, die im unteren Teil des
Busses sicher verstaut waren und mit mir gen Spanien fuhren. Und … ich hatte
keine Begleitung, ich war alleine! Langsam, ganz langsam aber sicher, so schwer
mir all diese Tatsachen auch auf der Seele lasteten, stellte sich ein gewisser
Stolz bei mir ein. Ich war stolz auf das, was ich da gerade tat! … in ein
fremdes Land umziehen, mit nichts als meinen spärlichen Sprachkenntnissen;
Gepäck, das ich alleine fast unmöglich zu transportieren vermochte (nicht lachen!) und der Aussicht und Hoffnung
auf all das Positive, was da kommen sollte und mein Leben für immer verändern
würde!
Da der Bus nur spärlich besetzt war, war die Fahrt
erträglich. Ich konnte mehr oder weniger bequem auf 2 Sitzen schlafen, wenn ich
denn schlafen konnte. Leider musste ich sehr bald feststellen, dass sich meine
Neigungen bezüglich der Busreisen nicht verändert haben: Ich hasse Bus fahren!
… man wird immer, wenn der Bus hält um 15-Minuten-Pausen zu machen, geweckt und
muss den Bus verlassen. Natürlich ist das immer genau dann, wenn man gerade
eben eine bequeme Schlafstellung gefunden hat … . Natürlich müssen diese
Pausen-Zeitfenster auch für praktische Dinge genutzt werden, wie beispielsweise
das Aufsuchen der Wasch- oder Toilettenräume (und sei es nur vorbeugend, aber
die Toiletten im Bus sind echt eine Zumutung). Jetzt aber genug über die
Unannehmlichkeiten. Nach dem Frühstücksstopp in Girona, wo ich meinen ersten spanischen
Café con leche genießen konnte und
meine spanische Handykarte aufgeladen habe, war Barcelona nicht mehr weit. Wir
rollten schließlich bei strahlendem Sonnenschein im späten Vormittagsverkehr
mitten durch Barcelona um unser Ziel, die Estación
Barcelona-Sants zu erreichen, wo ich den Bus wechseln musste, um weiter
nach Alicante zu fahren. Währenddessen konnte ich den ersten Blick auf das
Mittelmeer erhaschen.
Man muss sich den Busbahnhof in Barcelona so vorstellen: Die
Estación Barcelona-Sants ist
eigentlich ein Bahnhof, relativ groß, mit einer großen Vorhalle in der die
üblichen Geschäfte sind. Der Busbahnhof allerdings liegt nicht etwa direkt an
der Parkplätzen davor, sondern auf der anderen Seite der viel befahrenen
Strasse, die am Bahnhof vorbei führt, zwischen Strasse und einem Wohnblock. Obwohl
sich hier sämtliche Fernreisebusse treffen, um ihre Passagiere in die
Anschlussbusse ins gesamte spanische Festland zu verteilen, ist der
tatsächliche Haltepunkt nicht mehr, als ein leicht erhöhter Gehweg, wo die
Busse unter einer provisorischen, überdachten „Station“ anhalten. Die
„Schalterhalle“ ist eine Wellblechhütte mit ein paar gestressten Angestellten
und das Häuschen zu dem ich musste, um meine Ankunft zu bestätigen und die
Fahrkarte für die Weiterfahrt auszulösen, glich eher einer Imbissbude ;-). Nun
denn, bis zu diesem Punkt der Reise kannte ich das ja alles schon. Nachdem ich
mein Gepäck zu einem stattlichen Turm aufgestapelt hatte, erledigte ich diese
Formalitäten, während eine meiner Mitreisenden das Gepäck bewachte. (zum Glück
klappt das ganz gut und man findet immer jemanden, mit dem man sich zwecks
Gepäckbewachung zusammen tut). Der ultimative Vorteil an dieser kleinen
1-Bahnsteig-Station ist, dass man keine weiten Wege zurücklegen muss, um seine
Unmengen von Gepäck in dem spanischen Bus zu verstauen ;-) . Gesagt, getan …
und dann ging es auch recht bald weiter. Der Rest der Reise war ziemlich
unspektakulär und relaxed, da der Bus wieder relativ leer war und man sich
gemütlich positionieren konnte, um sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu
lassen und zu dösen, o.ä.. Ich muss gestehen, die Strecken durch Spanien im Bus
zurückzulegen ist zwar durchaus lästig, siehe oben, aber auch sehr
eindrucksvoll. Wenn man dann das erste Mal länger am Meer vorbei fährt, an den
ersten Olivenhainen oder Orangenbäumen, an hübschen kleinen Fincas oder
abenteuerlich verwachsenen Kakteen oder einfach nur durch ödes braunes, wildes
Land (von dem es hier sehr viel gibt) … mich überkam regelmäßig ein kleiner
Sturm der Begeisterung, wenn ich daran dachte, Euch berichten zu können: „Da wo
ich jetzt lebe, wachsen die Orangen direkt auf dem Baum und man hat ganz viele
hübsche, duftende Blumen direkt vor der Tür, mit denen unsereiner in der Regel
URLAUB verbindet.“ Auch die Mitreisenden, mit denen ich mich unterhalten hatte,
waren durchaus angetan von der Landschaft und schauten ebenso gespannt wie ich,
dem entgegen was uns erwarten würde, wenn wir aus dem Bus aussteigen. (Hier
habe ich eine kleine Französin kennen gelernt, die als
Erasmus-Austauschstudentin auch hier in Alicante ist).
Den Schildern nach zu urteilen, wusste ich also, dass wir
Alicante nun bald erreichen würden. In mir stieg unweigerlich eine ganze Menge
an gemischten Gefühlen auf, die sich aus Zweifeln und Vorfreude zusammensetzten:
Was ist, wenn mir die Stadt nicht
gefällt, wenn es eine schäbige kleine Touristenburg ist? War die Entscheidung
herzukommen richtig?
… aber auch: Wow,
endlich bin ich da, ein neues Abenteuer beginnt! Mal sehen was mich erwartet,
ist ja ganz hübsch hier im Umland! Jedenfalls ist man hier bemüht, den
Leuten einen netten Eindruck der Stadt zu vermitteln, wenn sie das erste mal
mit dem Bus ankommen, denn man fährt direkt mal an netten Brunnen-Anlagen und
am Hafen vorbei um den Busbahnhof zu erreichen. Ich wusste, dass mein
zukünftiger Vermieter mich abholen würde, allerdings war bis zum verabredeten
Zeitpunkt noch eine gute halbe Stunde Zeit, also habe ich mich mit meinen
Habseligkeiten in die Wartehalle begeben (zugegebener Maßen, … muss lustig
ausgesehen haben, … die kleine Jessi mit den 2 großen Koffern und Zusatzgepäck
… aber es hat geklappt!!!)
Jetzt hatte ich nur noch zwei Gedanken: Hoffentlich klappt
das alles und der Vermieter findet mich problemlos, … wofür aber sicherlich die
Beschreibung von mir und meinem Gepäck eindeutig war … UND:
ICH BIN DA!!!
Das hier ist mein neues Zuhause, der Beginn eines
neuen Lebens, … ein großer Schritt nach vorne den ich ganz alleine gegangen
bin!!! Alicante, mach Dich bereit, jetzt bin ich da und werde Dich im Sturm
erobern!
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13.02.2007 - Endlich gibts auch Bilder!!!
Hola chicas y chicos!
Endlich habe ich es auch geschafft, auch meine Bilder online zu stellen!!!
Ihr findet sie hier:
http://www.flickr.com/photos/30851588@N00/sets/
(leider gelingt mir keine direkte Verlinkung, aber daran sollte es nicht scheitern, oder?!)
... jetzt, wo Blog und Bilder mal verwirklicht sind, werde ich loslegen und schreiben, schreiben, Kaffee trinken, schreiben, schreiben, Bier trinken, schreiben, schreiben, ... und fotografieren natürlich ;-) ... ich hoffe, dass ihr alle Verständnis habt, wenn die Infos manchmal ein wenig zeitversetzt kommen ... schließlich muss ich ja auch mal schlafen *g*!
Viel Spaß beim lesen und anschauen,
Eure Jessi
Ps.: So schön es hier auch ist, aber ich vermisse Euch!!! Besos ...
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12.02.2007 - ... und weg war sie ...
Es
begab sich aber zu der Zeit ...
... in der ein trauriges Ereignis bevor stand: mein Abschied aus Mannheim!
Nachdem ich über Jahre hinweg, was meine Auslandspläne anging, immer nur
Niederlagen einzustecken hatte, weil alles was ich versucht habe nicht geklappt
hat, ging dann plötzlich alles furchtbar schnell. Am 8. Januar, nachdem ich die
gesamten Feiertage und sogar meinen Skiurlaub hindurch jeden Tag erwartungsvoll
meine e-mails angeschaut habe, hatte ich endlich eine Antwort von der
Professorin des Deutschen Instituts der Universität Alicante in meinem
Postfach. Nach einigen e-mail Wechseln waren wir uns einig und am 17. Januar
stand dann fest, dass ich von Mitte Februar bis Ende Mai ein Praktikum im
spanischen Alicante machen werde. Erst nach den Überlegungen, dass ein paar
Tage zum einleben in einer neuen Stadt in einem neuen Land vielleicht von
Vorteil wären und es sich anbieten würde, bereits Anfang Februar nach Alicante
zu ziehen, habe ich überhaupt realisiert, dass mir nur noch sehr wenige Tage
blieben, um alles vorzubereiten, zu packen, alle notwendigen Dinge zu klären,
usw. .
In diesen Tagen waren meine Gefühle sehr gemischt. Einerseits habe ich mich
gefreut wie ein Schneekönig, weil mein Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt
endlich in Erfüllung gegangen ist. Andererseits hieß es jetzt auch Abschied
nehmen und sich einzugestehen, dass man zwar zurückkommt, es aber nie wieder so
sein wird, wie es war. Es ist eine schwierige Erfahrung, so viele Brücken
hinter sich abzubrechen und sein geregeltes Leben zurückzulassen, an das selbst
ich (wo ich doch immer für ein Abenteuer zu haben bin und immer Fernweh habe)
mich gewöhnt habe und es mochte. Ich habe mal gehört: "Wegen Mannheim ist
man immer zweimal unglücklich! Einmal, wenn man hin muss und einmal, wenn man
wieder weg muss!" Aus meinem geliebten Mannheim wegzugehen (ich mag es
echt, auch wenn das schwer vorstellbar ist) bedeutete mit einem Mal eine sehr
große Veränderung! Ich wusste aber auch, dass es nicht nur Mannheim war, das
ich nach 4 ½ Jahren zurück lassen musste, sondern auch all das was ich damit
verbinde: das Curt-Sandig-Haus, meinen Job im ZEW, all die vertrauten Orte und
Plätze und vor allem EUCH, all die lieben Menschen, die mir so viel
bedeuten.
In dem guten Willen, mich nicht einfach heimlich aus dem Staub zu machen, ohne
nochmal so viele wie möglich von Euch gesehen zu haben, habe ich mich also
entschlossen, ne kleine Abschlussfeier zu machen. Diese "kleine"
Feier war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich hätte nicht gedacht, dass
so viele Leute kommen und mich zusätzlich so viele Grüße erreichen, von all
denen, die leider nicht dabei sein konnten. Als ich dann auch noch beschenkt
wurde, mit einem liebevoll zusammengestellten und mühsam inszenierten Geschenk
und vielen anderen wunderbaren Dingen, war ich endgültig überwältigt.
Ich danke Euch allen dafür!!! Für Geschenke, Grüße, gute Wünsche und vor allem
für Eure Anwesenheit (ob physisch oder nur psychisch), die diese Party zu einem
einmaligen Erlebnis für mich gemacht hat, an dessen wunderbaren Erinnerungen
ich noch lange zehren werde!
... by the way, die
Letzten habe ich gegen 7.45 Uhr am nächsten Morgen liebevoll, aber bestimmt
davon überzeugt, dass die Party nun tatsächlich zu Ende ist ;-) ...
Ja, welch eine Feier ... (von der ich übrigens ein dauerhaftes Andenken an
meiner rechten Augenbraue behalten werden ... *räusper*) ... aber dann war es
auch schon Montag, denn der Sonntag musste außschließlich zur Regeneration
herhalten. Montag und Dienstag musste ich dann nochmal meine Pflicht im ZEW
tun, sonst hätten die armen BA-Studis keine VWL-Vorlesung gehabt. Zusätzlich
kamen dann noch lauter Dinge dazu, die unerwartet viel Zeit erfordert haben,
wie das bekanntlich immer ist, wenn man keine davon hat ... Arztbesuche,
Autopannen, letzte Auszugsorga im CSH, Laptop einrichten, Webcam kaufen,
Gefühlshaushalt irgendwie in den Griff bekommen, ... dazu kamen dann noch die
vielen Treffen mit den ganzen Leuten, die nicht zur Party kommen konnten (sorry
an alle, bei denen es nicht geklappt hat, ich hab einfach nicht alles geschafft
in der kurzen Zeit).
Dann kam der Tag der Tage, Mittwoch, der 31. Januar 2007, der Tag, an dem mich
ein Fernreisebus um 16.45 Uhr von Heidelberg aus in ein neues Leben fahren
sollte. Wie das bei mir eben immer ist, lief an diesem Tag nochmal alles
schief, was schief laufen konnte. Ich hatte in der Nacht nur ca. 2 Stunden geschlafen,
den Rest der Zeit hatte ich mit packen und Zimmer ausräumen verbracht. Aber es
blieb noch so viel zu tun!!! Obwohl theoretisch alles gut durchgeplant war,
bewies mir die Realität mal wieder: "... und erstens kommt es anders ...
und zweitens als man denkt!" Um 13.07 Uhr erreichte mich eine e-mail, die
besagte, dass meine Zimmerzusage für eine WG in guter Innenstadtlage von
Alicante geplatzt war! Bumm! Der Schlag saß! Ich, ohnehin schon ein
Nervenbündel keinesgleichen und im absoluten Zeitstress, sollte also wenige
Stunden später das Land verlassen, mit 2 großen, schweren Koffern, 2
Rücksäcken, einem Laptop und gegrenzten Sprachkenntnissen ... ohne zu wissen,
wo ich in Alicante unterkommen kann, weder für die erste Nacht, noch für die
restlichen 4 Monate. Klar gehen viele Leute ins Hostal und suchen dann erst vor
Ort ne Wohnung, aber auch auf sowas muss man sich einstellen, denn auch das
Hostal muss gebucht sein usw. ... . Um die Situation zu diesem Zeitpunkt zu
beschreiben, reicht ein einziges Wort: PANIK!!! In völliger Verzweiflung, der
ich mich allerdings auf Grund der zahlreichen noch zu erledigenden Dinge nicht
hingeben konnte, habe ich sämtliche "greifbaren" Freunde eingespannt,
um irgendwie alles bis zur Abfahrt meines Busses von "unmöglich zu bewältigen"
in "gerade irgendwie machbar" umzuwandeln. Ich fasse mich
kurz: es hat tatsächlich alles funktioniert. Unglaublicherweise war es mir
gelungen, alle Dinge zu erledigen, die ich noch unbedingt zu erledigen hatte
und war dabei auch nicht bei einem Autounfall umgekommen, den ich vor lauter
Stress durchaus hätte herbeiführen können. Das "Vor-Ort-Team" hatte
es geschafft, mir innerhalb von 2 Stunden eine Zimmerzusage an Land zu ziehen,
die auf den ersten Blick in etwa dem entsprach, was ich mir vorgestellt hatte
und trotz einiger tränenreicher Panikanfälle, dass wir es sicher nicht mehr zum
Bus schaffen können saß ich plötzlich im Auto und packte auf dem Weg nach
Heidelberg noch die letzten Dinge in den Koffern um. Als ich dann mit einem
erstaunlich großen Verabschiedungskommando endlich am Heidelberger Hauptbahnhof
ankam, wo der Bus abfahren sollte, bog dieser auch schon um die Ecke. Die
beiden spanischen Busfahrer waren sehr erfreut, dass ich nur einen Rücksack und
eine Laptoptasche in der Hand hatte und machten bereits Andeutungen, es könne
ja nun direkt weiter gehen ... als von allen Ecken und Seiten meine Begleiter
mit dem tatsächlichen Gepäck angelaufen kamen. Trotz einiger böser Blicke haben
die Busfahrer nach einigem guten Zureden entschieden, sie würden all meine
Gepäckstücke befördern. Dann ging es aber auch direkt los, so dass mir keine
Zeit blieb, um mich auch nur annährend ausreichend von allen zu verabschieden
und mich für die übermenschliche Hilfe an diesem Tag zu bedanken. (An dieser Stelle: noch mal vielen Dank!!! Ohne Euch
hätte ich es nicht geschafft). Mir blieb nur, jeden schnell zu umarmen
und beim einsteigen zu murmeln: "Ich hab Euch lieb, vergesst mich
nicht!" Es folgte ein hastiges Winken durch die getönten Scheiben und mein
Bus rollte der Autobahn entgegen ... und bei mir rollten die Tränen; groß, nass
und haltlos beide Wangen hinunter. Beim nächsten Stopp in Karlsruhe, war dann
nochmal große Telefonsession angesagt, um noch all das zu klären, was man mir
an Erledigungen abgenommen hatte und was noch genauerer Klärung bedurfte, bevor
der Bus nach Frankreich einfährt. Dann war alles erledigt.
... und mein Bus rollte in die Dunkelheit gen Süden ... an Bord eine weinende
Jessi, mit unendlich vielen Gefühlen und Erinnerungen im gedanklichen Gepäck
... auf dem Weg, der alles hinter mir lassen sollte und mich einem neuen Leben
entgegen fahren sollte ...!!!
Vor mir 2500 km, über Barcelona bis nach Alicante. Hinter mir ein Leben, aus
dem ich schmerzlich entwachsen und schließlich entrissen worden war. Um mich
herum einige Mitreisende die mich verwirrt anschauten und versuchten sich einen
Reim aus meinem Verhalten zu machen. Und in meinem Herzen ... viele schöne
Erinnerungen, die ich für immer bewahren werde!
Ich
werde Euch jederzeit in meinem Herzen tragen!
Das war´s! Goodbye altes Leben, willkommen
Zukunft!!!
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Über mich
Willkommen in meinem Leben!
Dieser Blog soll hauptsächlich meinen Freunden und meiner Familie die Möglichkeit bieten, an meinem Leben in Spanien teilzuhaben. Ich werde mich bemühen, so viele Eindrücke, Neuigkeiten, Kuriositäten und Bilder wie möglich mit Euch zu teilen ;-). ... aber auch allen Anderen, die durch Zufall auf diesen Blog stoßen, wünsche ich viel Spaß hier! Besos, Eure Jessi
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